Der sogenannte „Goethe-Blick“ beschreibt eine besondere Form des Sehens, die dem Dichter Johann Wolfgang von Goethe zugeschrieben wird. Durch die unterschiedliche Sehstärke seiner Augen – eines kurzsichtig, das andere normalsichtig – konnte er sowohl in der Nähe als auch in der Ferne gut sehen. Dieses Phänomen wird als Monovision oder alternierendes Sehen bezeichnet.
Heute wird das Prinzip der Monovision gezielt in der Augenheilkunde eingesetzt. Mithilfe spezieller Kontaktlinsen oder operativer Verfahren kann ein Auge auf die Nähe und das andere auf die Ferne eingestellt werden. Dadurch lässt sich der Bedarf an einer Lesebrille häufig reduzieren oder sogar vermeiden. Da sich das Gehirn jedoch an diese besondere Art des Sehens anpassen muss, eignet sich die Monovision nicht für jeden Menschen.
Der Goethe-Blick zeigt, wie eine natürliche Besonderheit des Sehens als Vorbild für moderne Behandlungsmöglichkeiten dienen kann und eröffnet neue Perspektiven für Menschen mit Alterssichtigkeit.
