Sehen ist mehr als ein Bild auf der Netzhaut

Was wir mit unseren Augen sehen, entspricht zunächst nicht der Realität: Das Bild auf der Netzhaut entsteht kopfstehend und seitenverkehrt. Erst unser Gehirn verarbeitet diese Informationen und erzeugt daraus die aufrechte Welt, die wir wahrnehmen.

Wie erstaunlich anpassungsfähig unser Gehirn dabei ist, zeigen sogenannte Umkehrbrillen. Sie verändern das einfallende Bild so, dass die Welt zunächst auf dem Kopf erscheint. Nach wenigen Tagen beginnt das Gehirn jedoch, sich an die neue Situation anzupassen – und die Umgebung wieder als „normal“ wahrzunehmen. Wird die Brille anschließend abgesetzt, gelingt die Rückgewöhnung meist innerhalb kurzer Zeit.

Dieses Phänomen zeigt eindrucksvoll: Sehen findet nicht nur im Auge statt – unser Gehirn formt aus den Signalen der Augen erst das Bild unserer Wirklichkeit.